Reisebericht Apulien: Kräftige Rotweine, feines Olivenöl und viel gutes Essen!

Reisebericht Apulien: Kräftige Rotweine, feines Olivenöl und viel gutes Essen!

Wein, Reben und ein heißer Sommer

Apulien – Sonne, Meer, Weinberge, Olivenbäume wohin das Auge reicht und natürlich jede Menge kulinarische Genüsse. Für uns ging es am Montag wieder einmal in den Süden Italiens. Dieses Mal standen unsere Wein- und Olivenölproduzenten auf dem Programm. Denn bei unserem Projekt Ottone ist es uns wichtig, nicht nur die fertigen Produkte zu kennen, sondern auch die Menschen und die Geschichten dahinter.

Zu Besuch bei unseren Winzern in San Giorgio Ionico

Am Montag ging es zunächst zu unserem Winzer Nicola. Nicola ist seit diesem Jahr Teil unseres italienischen Wein-Projekts Ottone. Gemeinsam haben wir die letzten Füllungen für das Jahr 2026 besprochen und bereits einen ersten groben Forecast für das kommende Jahr abgestimmt.

Noch viel entscheidender war für uns aber die Frage, welche Auswirkungen der heiße Sommer auf unsere Primitivo- und Negroamaro-Reben hatte.

Da es bis Ende Mai in der Region rund um Tarent noch ordentlich Niederschlag gegeben hatte, konnte der Boden ausreichend Wasser speichern. Das hat den Reben offenbar gutgetan. Obwohl die Lese bereits abgeschlossen war, sahen die Pflanzen noch richtig gut aus – teilweise wachsen die Reben sogar direkt am Meer, was ich selbst bislang auch noch nicht gesehen hatte. Dadurch werden die Reben regelmäßig von frischem Wind durchlüftet, was dazu beitragen kann, die Feuchtigkeit in den Beständen zu reduzieren und damit das Risiko von Pilzkrankheiten wie beispielsweise Peronospora zu verringern. Auch die salzhaltige Meeresluft prägt den individuellen Charakter und das besondere Terroir des späteren Weins. 

Es ist immer wieder beeindruckend, solche Dinge nicht nur in einem Gespräch mit dem Winzer zu hören, sondern selbst vor Ort zu sehen.

Ein Abend in Grottaglie

Nach dem Besuch beim Weingut ging es für uns am ersten Abend nach Grottaglie – eine wunderschöne Stadt, die weit über Apulien hinaus für ihre Keramikkunst bekannt ist.

Überall in der Stadt begegnet man dieser traditionellen Handwerkskunst. Ein schönes Beispiel dafür sind die typischen apulischen Keramikfiguren und Dekorationen, wie etwa der berühmte Pumo, der zu den charakteristischen Keramikarbeiten der Region gehört.

Am Abend waren wir dann in einem erstklassigen traditionellen Restaurant essen. Und genau solche Abende machen eine Reise nach Apulien für mich besonders.

Nach der heiligen Messe am Montagabend traf sich dort gefühlt der halbe Ort. Familien, Freunde, ältere Menschen und junge Leute – alle saßen zusammen, redeten, lachten und genossen das Essen. Es war kein inszeniertes „italienisches Lebensgefühl“, sondern einfach echtes Leben.

Und natürlich gab es dazu hervorragendes traditionelles Essen und die passenden Weine.

Weiter zu unseren Olivenölproduzenten

Am nächsten Tag ging es weiter zu unseren Olivenölproduzenten.

Die kleine Olivenölmühle bei Bisceglie ist ein Familienbetrieb in dritter Generation und stellt hochwertige Olivenöle aus drei verschiedenen Olivensorten her – vorwiegend aus der Coratina-Olive. Auch unser Ottone Olio stammt aus dieser einzigartigen Mühle.

Sie ist eine typische Sorte für die Region und bekannt für ihren intensiven, charaktervollen und leicht pikanten Geschmack.

Ich muss sagen: Für mich war es das erste Mal, dass ich mir eine Olivenölproduktion so genau anschauen durfte. Und ich war wirklich überrascht, mit wie viel Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein hier gearbeitet wird.

Natürlich gibt es – wie bei eigentlich allen Genussmitteln – auch deutlich günstigere Alternativen. Allerdings merkt man gerade beim Olivenöl schnell, wo die Unterschiede liegen.

Die so wichtigen Bitter- und Scharfstoffe, also die phenolischen Verbindungen, sorgen für dieses leicht kratzige und pfeffrige Gefühl im Hals. Gerade diese Polyphenole sind ein wichtiger Bestandteil hochwertiger nativer Olivenöle.

Wenn man einmal gesehen hat, wie viel Arbeit, Erfahrung und Sorgfalt hinter einem guten Olivenöl steckt, betrachtet man eine Flasche im eigenen Regal anschließend definitiv mit anderen Augen.

Fisch, Meer und der Dom von Trani

Nach dem Besuch bei unserer Olivenölmühle ging es am zweiten Abend weiter in die wunderschöne Hafenstadt Trani.

Und was könnte besser zu einem Tag in Apulien passen als ein Abendessen direkt am Meer?

Wir saßen im Restaurant Gallo mit Blick auf den beeindruckenden Dom von Trani und konnten dabei eine wunderbare Auswahl regionaler Fischspezialitäten genießen.

Frischer Fisch, Meeresfrüchte und dazu die typische Küche Apuliens – einfacher kann Genuss manchmal gar nicht sein. Dazu der Blick auf den beleuchteten Dom und das Wasser des Hafens. Ein perfekter Abschluss für einen langen und ereignisreichen Tag. 

Was bleibt?

Nach drei Tagen voller neuer Eindrücke ging es dann auch wieder zurück.

Der Vorrat unserer Weine und Öle ist auf jeden Fall für das anstehende Weihnachtsgeschäft gesichert. Viel wichtiger ist für mich aber immer wieder die Erkenntnis, wie wichtig es ist, seine Lieferanten wirklich zu kennen.Von der Philosophie über die Qualität bis hin zur tatsächlichen Arbeit hinter den Kulissen.

Gerade bei erklärungsbedürftigen Genussmitteln, die sich vom Standard abheben sollen, halte ich es für wichtig, die Menschen und die Arbeit dahinter persönlich kennenzulernen.

Die Leidenschaft für das Produkt, das persönliche Vertrauen und die Wertschätzung füreinander entstehen meiner Meinung nach vor allem dann, wenn man sich nicht nur über E-Mails und Telefonate kennt, sondern regelmäßig vor Ort ist.

Und auch der Lerneffekt ist einfach ein ganz anderer, wenn man selbst vor Ort sieht, wie gearbeitet wird, anstatt sich seitenlange PDFs durchzulesen.

Denn am Ende geht es bei Wein und Olivenöl eben nicht nur um Zahlen, Mengen und Liefertermine. Es geht um Menschen, Handwerk, Tradition, Leidenschaft und um die Geschichten, die hinter einem Produkt stehen.

Und genau diese Geschichten möchten wir mit Ottone weitergeben.

Zurück zum Blog